Projekt des Monats Oktober 2004
REGIONEN AKTIV
„Regional- und Saatgutschaugarten"
Regionale Vielfalt zum Anfassen
In der Modellregion Eichsfeld werden im Rahmen des Doppelprojektes „Saatgutpflege – Eine Kulturaufgabe“ und „Regionalgarten Eichsfeld“ die Besonderheiten regionaler Kultur- und Nutzpflanzen einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht. Von der Saatguterzeugung über die Aufzucht der Pflanzen bis hin zur Ernte können interessierte Besucher sehen, was regionale Vielfalt bedeutet. Die Idee überzeugt auch die anderen REGIONEN AKTIV-Akteure, die die Vorhaben zum Projekt des Monats Oktober wählten.
Ein Regionalgarten zum sehen, riechen und schmecken
Die Artenvielfalt, die die Landschaftsarchitektin Ulrike Läsker-Bauer in ihrer 5,5 ha großen ökologisch bewirtschafteten Baumschule – zum großen Teil durch eigene Sammlungen – zusammengetragen hat, ist enorm. Alte ertragreiche, widerstandsfähige, doch vielfach in Vergessenheit geratene Pflanzen wie Beerensträucher, Obstbäume und Gartenstauden aus dem Eichsfeld können hier bestaunt und probiert werden. Im Hofgarten beispielsweise wachsen Heil- und Küchenkräuter, traditionelle Stauden der Region und Wildfruchthecken. Beliebt bei den Besuchern sind auch die Naschhecken aus heimischen Fruchtgehölzen sowie die Pflanzensammlungen zu Pflaume oder Rhabarber, wo an Hand verschiedener Arten die Kulturgeschichte dieser Nutzpflanzen dargestellt wird. „Bei der Anlage der Schaugärten geht es uns darum“, so die Landschaftsarchitektin, „die wunderbare – regional vorhandene – Vielfalt und deren Vorzüge dem Verbraucher, den Landwirten und Gärtnern praktisch nahe zu bringen.“
Der Saatgutschaugarten – Regionale Vielfalt erhalten
Eine perfekte Ergänzung zu dem Regionalgarten stellt der von Maren Uhmann angelegte Saatgutschaugarten des Vereins Kuhmuhne Schönhagen e. V. dar. Hier werden über 220 Gemüse-, Kräuter- und Blumensorten aus ökologischer Saatguterzeugung und regional angepasster Züchtung angebaut, zu denen auch unbekannte Nutzpflanzen wie die Haferwurz oder die Winterheckenzwiebel zählen. Im historischen Teil des Gartens wird die Entwicklung der heutigen Kulturpflanzen, unter anderem des Weizens demonstriert, der in vielen Entwicklungsstufen über Wildgräser und Emmer entstand. „Im Vordergrund der Arbeit steht bei allem die Saatgutpflege“, erklärt Uhmann, „d.h. die Sammlung und Erhaltung der Vielfalt der Kultur- und Nutzpflanzen mit ihren regionalen Schwerpunkten.“
Vertiefendes Wissen in begleitenden Seminaren
Vertiefend zu den Besichtigungen der Schaugärten finden Führungen, Informations- und Beratungsangebote statt. So können Interessierte beispielsweise im Saatgutschaugarten vieles über Anbau-, Ernte-, und Aufbereitungstechniken erfahren oder lernen wie man das eigene Saatgut gewinnt. Der Regionalgarten bietet thematische Führungen in den Gärten und botanische Exkursionen in die nähere Umgebung an. Seit der Eröffnung konnten bereits über 2.000 Besucher, unter ihnen Gartenfreunde, Schulklassen, Studenten und Wissenschaftler, bei den monatlich stattfindenden Führungen oder Veranstaltungen begrüßt werden.
Die ersten Erfolge: Höhere regionale Wertschöpfung
Im Rahmen des Doppelprojektes geht es jedoch nicht allein um die Erhaltung und Sichtung der regionalen Kulturpflanzen. Ziel ist es auch, die Wertschöpfung in der Region zu erhöhen. In diesem Fall geht es darum, den Absatz von Saatgut aus ökologischer Erzeugung sowie von ökologisch zertifizierten Jungpflanzen und Obstgehölzen auszudehnen. Der Erfolg ist dabei besser als erwartet: Die Verkaufszahlen sind seit Eröffnung der Schaugärten in beiden Betrieben deutlich angestiegen. „Die Besucher können sich in den Schaugärten ihre Samen und Pflanzen selbst aussuchen und sich von der Qualität der Pflanzen überzeugen“, erklärt Maren Uhmann.In Zukunft sollen die Gärten auch verstärkt in das touristische Angebot der Region eingebunden werden. So sind im nächsten Jahr beispielsweise geführte Radtouren zu beide Gärten geplant. Und nach Ablauf der Förderung? „Unser Ziel ist es“, erklären die beiden Gärtnerinnen, „die Schaugärten, so wie sie jetzt sind, zu erhalten und soweit möglich weiter zu entwickeln. Dafür werden bereits jetzt Konzepte zur Erhaltung und Weiterfinanzierung der Schaugärten ausgearbeitet.“
REGIONEN AKTIV – Land gestaltet Zukunft
Das Modellvorhaben „REGIONEN AKTIV – Land gestaltet Zukunft“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Im Zeitraum von 2002 bis 2005 unterstützt das Bundesverbraucherschutzministerium 18 Modellregionen darin, die Zukunft ihrer Region durch innovative Ideen und Projekte nachhaltig zu verbessern. Den Modellregionen stehen dabei insgesamt mindestens 45,5 Mio. Euro zur Verfügung.
Weitere Informationen zur Modellregion Eichsfeld erhalten Sie bei:
Hartwig Ehrenberg, Regionalmanagement
Tel.: 03606 650420
E-Mail: aws@lk-eichsfeld.de
www.lk-eichsfeld.de
Detaillierte Informationen zum Projekt erhalten Sie bei:
Dipl. Ing. Ulrike Läsker-Bauer (Baumschule Walsetal)
Tel.: 036087 - 900 60
E-Mail: laesker-bauer@baumschule-walsetal.de
www.regionalgarten.de
Maren Uhmann (Schaugarten Schönhagen)
Tel.:036083 - 545 44
E-Mail: info@kuhmuhne.de
www.schaugarten.kuhmuhne.de
Weitere Informationen zu REGIONEN AKTIV erhalten Sie unter:
Regionen Aktiv Bundesgeschäftstelle:
nova-Institut, Goldbergstraße 2, 50354 Hürth,
Tel.: +49 (0) 2233 - 94 36 84, Fax: +49 (0) 2233 - 94 36 83,
E-Mail: christin.schmidt@nova-institut.de
Internetseite des Projektes: www.regionalgarten.de und www.schaugarten.kuhmuhne.de
Detailinformationen zu diesem Projekt finden Sie hier
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